wenn man mal von mladen petric absieht, ist es tatsächlich sitte, dass man gegen einen ehemaligen verein auf den torjubel verzichtet. angela merkel hat das seit wahlkampfsaisonbeginn verinnerlicht und trat das tv duell davon abgesehen eher als eine art felix magath an: ergebnisorientiert.
frank walter steinmeier gab sich als thomas schaaf: spielte offensiver, war der sympathieträger und ging mit mehr toren in führung als es torraumszenen gegeben hatte. sein eigentor, ulla schmidts dienstwagenaffäre eher unnötig noch einmal in erinnerung zu rufen, begradigte er mit dem verweis auf ihre leistungen der letzten acht jahre.
merkel blieb verhalten, und erwähnte - abgesehen von jung - keinen einzigen parteigenossen beim namen, und ließ damit weiter offen, wer außer ihr denn nun hinter den drei buchstaben des cdu claims steckt.
am spielfeldrand waren maybritt illner, frank hart aber fair plasberg, peter kloeppel und der typ von sat1 vier moderatoren zu viel und ein jörg schönenborn zu wenig.
“duzen frau merkel und sie sich eigentlich inzwischen herr steinmeier?” fragte peter kloeppel extra für die rtl zuschauer, die im vorfeld durch einschätzungen von matze knoop und einigen anderen politologen auf das duell eingestimmt wurden.
in der schlussminute schoss merkel dann doch noch den eher schmeichelhatfen ausgleich, indem sie die zauberworte bildung, forschung und arbeitsplätze in ihrem schlussplädoyer unterbrachte, deren einwechslung steinmeier schlichtweg vergessen hatte.
unentschieden also, mit vorteil steinmeier, für den sich die unentschiedenen entschieden, was nichts daran ändert dass die ehe merkel steinmeier wohl auch die nächsten 4 jahre nicht geschieden wird.
der tatort wäre packender gewesen.
